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Paarberatung

10 Schritte zur erfolgreichen Paarberatung

Fortsetzung


Das Thema ist also hochaktuell, zumal (in Großstädten) immer noch mehr als jede dritte Ehe geschieden wird und die Zahl der allein lebenden Menschen ständig steigt, was natürlich Rückschlüsse auf die Zahl der Singles zulässt. Damit eine Paarberatung erfolgreich endet, sollte man 10 Schritte dorthin kennen. Hier sind sie. Übrigens: "Erfolgreich" bedeutet am Ende einer Paarberatung nicht immer, dass die Klienten wieder so verliebt wie zu Beginn der Beziehung sind. Es kann auch sein, dass eine erfolgreiche Paarberatung zum Ende der Beziehung führt: Dann aber mit gegenseitigem Respekt und ohne weitere gegenseitige Verletzungen.
Schritt 1: Die Entscheidung. Sollen wir eine Paarberatung in Anspruch nehmen? Am besten trifft man diese Entscheidung zu zweit, also gemeinsam. Zwar sind fast alle Paarberater auch zu Einzelgesprächen bereit, aber wenn die Krise in der Paarbeziehung zu suchen ist, sollten schon beide mitmachen wollen. Recht häufig ist jedoch einer der beiden die "treibende Kraft" und beginnt die Paarberatung alleine, um den anderen dann später vielleicht doch noch zur Teilnahme überreden zu können.
Schritt 2: Die Suche. Wer auf "Paarberatung" googelt, findet tausende Einträge. Möchte man die Gespräche in einer Beratungspraxis führen oder lieber online von zu Hause aus? Schaut euch die Websites an und sucht nach einer Beratungspraxis, die euch sympathisch zu sein scheint. Paarberatung hat viel mit Vertrauen zu tun, denn man wird ja über sehr persönliche Themen sprechen!
Schritt 3: Das Vorgespräch. Meistens findet es telefonisch statt und dauert ungefähr eine Viertelstunde. Hier geht es zum einen darum, ob ihr den ausgewählten Paarberater immer noch wollt. Zum anderen entscheidet der Paarberater, ob aus seiner Sicht eine Paarberatung sinnvoll ist.  Für manche Probleme in Paarbeziehungen gibt es spezielle Ausbildungen, die nicht jeder Paarberater hat. Im Vorgespräch wird aber auch alles weitere geklärt, was ihr vor der Paarberatung wissen solltet. Zum Beispiel, dass ihr eine Paarberatung jederzeit abbrechen könnt usw.
Schritt 4: Die erste "Sitzung". Vermutlich wird die Zeit sehr schnell vergehen, denn nun geht es erst einmal um eure Vorgeschichte. Es ist eine Art "Anamnese", so wie ein Arzt die gesundheitliche Vorgeschichte eines neuen Patienten erfragt. Danach geht es dann ans Eingemachte. Vielleicht erlebt ihr zum ersten Mal, dass ihr ohne Unterbrechung ausreden dürft? Vielleicht gibt es schon jetzt eine erste "Hausaufgabe"? Jede Beratung ist anders.
Schritt 5: Die Hausaufgaben. Gut möglich, dass ihr am Ende jeder Sitzung eine "Hausaufgabe" mit auf den Weg bekommt. Vielleicht sollt ihr über einen speziellen Punkt nachdenken, das erfolgreiche Diskutieren nach bestimmten Regeln neu lernen oder etwas notieren, was mit der Beziehung zu tun hat.
Schritt 6: Die nächsten "Sitzungen". Sie können mit gelegentlichen Enttäuschungen verbunden sein. Ihr werdet nämlich feststellen, dass sich der Paarberater keineswegs auf eine der beiden Seiten schlägt. Er ist "allparteilich", geht also auf beide Seiten gleichermaßen ein und bemüht sich, beide zu verstehen und keinen zu verurteilen. Oft empfindet der Berater dennoch mehr Sympathie für eine der beiden Seiten. Er wird sich dann umso intensiver mit der anderen Seite beschäftigen.
Schritt 7: Die ersten Erfolge. Es ist ganz unterschiedlich, wann (und ob überhaupt) sie sich einstellen. Möglich, dass ihr plötzlich feststellt: Unsere Streitkultur hat sich verbessert. Wir hören einander jetzt besser zu. Generell ist die Kommunikation besser geworden. Wir können uns jetzt gegenseitig besser verstehen, man könnte auch sagen: Wir verstehen uns jetzt besser.
Schritt 8: Die Umsetzung in die Praxis. Der vielleicht schwierigste Teil. Im Alltag gibt es keinen Paarberater, der moderiert und auch mal sagt: Sie sind jetzt still und hören einfach nur zu. Die Alltagpraxis entscheidet, ob die Paarberatung etwas gebracht hat.
Schritt 9: Die letzte "Sitzung". Beide Seiten - Klienten und Paarberater - ziehen Bilanz. Man hat sich in den letzten Wochen näher kennen gelernt. Der Paarberater ist vielleicht zufrieden mit dem Ergebnis, vielleicht auch nicht so. Auf jeden Fall wird er noch lange an diese Klienten zurück denken: Wie es ihnen wohl geht? Es gibt da diesen Therapeutenwitz. Therapeut trifft Ex-Klientin: "Na, wie geht's?" "Danke, viel besser." "Dann hat Ihr Mann aufgehört, Sie zu ignorieren?""Nee, aber ich ignoriere das jetzt."
Schritt 10: Die Rückmeldung. Nach ein paar Monaten oder Jahren bekommt der Paarberater eine Nachricht. Das Paar von damals hat inzwischen geheiratet und das erste Kind bekommen. So ist es im Idealfall. Die meisten Klienten melden sich nach der Paarberatung leider nicht mehr.


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